Poster: „Stand des kommunalen E-Governments“

Dieses Poster hat Nicole Opiela auf dem N3GZ-Nachwuchstreffen im Juni 2019 in Münster vorgestellt.

Welche digitalen Angebote gibt es auf kommunaler Ebene? Welche Unterschiede zeigen sich zwischen den Kommunen und wie hat sich das kommunale E-Government in den letzten Jahren entwickelt? Diese und weitere Aspekte wurden im Rahmen einer Datenerhebung untersucht.

Ziel der Erhebung war die Schaffung einer aktuellen empirischen Basis des digitalen Angebots der Kommunalverwaltungen in den deutschen Bundesländern für Entscheidungsprozesse in Politik und Verwaltung sowie zur Information der interessierten Öffentlichkeit. Zu diesem Zweck untersucht das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut FOKUS alle zwei Jahre das digitale Angebot von über 300 repräsentativ ausgewählten Städten und Gemeinden. Dabei wird die Perspektive der Bürger:innen eingenommen, technische Aspekte werden automatisiert erhoben. Die Kommunenauswahl erfolgte in Abhängigkeit von Einwohner:innen- und Kommunenanzahl in den Bundesländern.

Für die Nutzung von E-Government-Angeboten sind neben der Bereitstellung von Online-Verwaltungsleistungen verschiedene Kriterien von Bedeutung: der Zugang zu Verwaltungsleistungen über ein Webportal, der Nutzen und die Verbindlichkeit der angebotenen Onlineleistungen, die Benutzbarkeit des Webportals, genutzte E-Government-Basiskomponenten, wie Servicekonten oder E-Payment, sowie die Zusammenarbeit verschiedener Verwaltungsebenen zur Angebotsbündelung und besseren Auffindbarkeit. Ergänzend zu ihrer Kernaufgabe, der Bereitstellung von Verwaltungsleistungen, stellen viele Kommunalverwaltungen Onlineangebote bereit, die der Transparenz, Kommunikation mit den Bürger:innen oder digitalen Bürgerbeteiligung dienen (hier kurz: Offenheit). All diese Aspekte wurden in der Untersuchung mittels verschiedener Indikatoren erfasst.

Nach der Bereinigung und ggf. Gewichtung der Daten wurden diese reskaliert, um die unterschiedlichen Indikatoren miteinander vergleichen zu können. Anschließend wurden verschiedene Analysen durchgeführt und die Ergebnisse durch Diagramme und verzerrte und eingefärbte Deutschlandkarten visualisiert, um den Zugang zu den Forschungsergebnissen zu erleichtern.

So konnte unter anderem festgestellt werden, dass 40% der Kommunen keine einzige der 5 für die Studie untersuchten Verwaltungsleistungen online anboten. Am häufigsten war die Gewerbeanmeldung online möglich (in 37% der Kommunen), gefolgt von der einfachen Melderegisterauskunft (31%). Kommunen in Nordrhein-Westfalen boten im Schnitt doppelt so viele Verwaltungsleistungen online an wie Kommunen in Niedersachsen oder Brandenburg. In großen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohner:innen konnten im Schnitt 1,8 von 5 Verwaltungsleistungen online erledigt werden, mehr als doppelt so viele wie in Landgemeinden mit weniger als 5.000 Einwohner:innen (0,8).

Online-Mängelmelder erfreuten sich großer Beliebtheit: In jedem Bundesland bot mindestens jede dritte untersuchte Kommune an, Schäden oder Mängel im öffentlichen Raum online an die Verwaltung zu melden, in vielen Bundesländern waren es sogar deutlich mehr. Andere Formen von Online-Bürgerbeteiligung, wie Online-Befragungen oder digitale Bürgerhaushalte, fanden sich hingegen seltener. Große Fortschritte ließen sich bei der Verschlüsselung des Datenverkehrs zwischen Bürger:in und Verwaltung auf der Kommunenwebsite mittels HTTPS beobachten. Die Mehrheit der Kommunenwebsites in jedem Bundesland ließ sich auch verschlüsselt nutzen, obwohl hier – wie auch in den anderen Bereichen – deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern festgestellt werden konnten.

Die Ergebnisse der Erhebung wurden als Teil des Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 im März veröffentlicht.

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