Im Visier: Kathrin Müller-Rees

Wer sind eigentlich die Menschen hinter N3GZ? Dem gehen wir mit einem kleinen Fragebogen nach, mit dem sich unsere Mitglieder vorstellen.

Heute ist Kathrin-Müller-Rees von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung am Zug.

#Wer bist du und wie hast du mit dem Thema Digitale Verwaltung zu tun?

Grüßt euch! Ich bin Kathrin Müller-Rees, aktuell 28 Jahre jung, und seit 2017 in der öffentlichen Verwaltung im Bundesbereich tätig. Mit meinem Masterabschluss in der Forstinformationstechnik (MSc. Forest Information Technology an der HNE Eberswalde) bin ich eher die fachliche Exotin unter den Verwaltungskräften. Der Drang zur Veränderung hinsichtlich Digitalisierung und den Arbeitsprozessen in einem sicheren Arbeitsumfeld – egal ob im Forst – oder jetzt Landwirtschafts- bzw. Ernährungsbereich, etc. – haben mich dazu bewegt, in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Referentin und stellvertretende Referatsleitung für die IT-Anforderungen, Grundsatzthemen (wie z.B. hinsichtlich Digitale Verwaltung) und Projektmanagement, zu arbeiten. Hier bin ich auch gut aufgehoben und kümmere mich nebenbei außerdem als Projektkoordinatorin um eine Datenbank, die Sequenzen von Covid19 und Grippeviren Wissenschaftlern öffentlich zur Verfügung stellt. Also quasi Aufgaben, die auch insbesondere jetzt äußerst relevant sind!

In meiner Freizeit bin ich natürlich weiterhin im Wald und gehe mit dem Dackel leidenschaftlich gerne auf die Jagd.

Wie erklärst du deiner Oma, was du machst?

Ich sehe mich als „Mediatorin“ zwischen Fachbereich (Agrar-, Ernährung,- Fischereiwesen der BLE oder Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) und IT. Bei mir können alle Kolleginnen und Kollegen vorbeikommen/anrufen, wenn sie ihre IT-Idee umgesetzt haben möchten, die es in der BLE oder im BMEL noch nicht gibt. Ich setze mich mit dem oder der Interessentin zusammen, summiere die Anforderungen bzw. Rahmenbedingungen und erarbeite gemeinsam einen Prozess, damit bedarfsorientierte Entwicklung oder Beschaffung eines Systems erfolgen kann. Gleichzeitig koordiniere ich ein Projekt,  das Grippe- und Coronaviren weltweit auf der Plattform „GISAID“ sammelt und für die Wissenschaftler zur Verfügung stellt.

Wie bist du zur Digitalen Verwaltung gekommen?

Ursprünglich bin ich Försterin und habe mich in meinem Master für Forstinformatik (s.o.) entschieden. Nach meiner ersten Stelle nach dem Studium in diesem Bereich bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA, Bundesforst) habe ich eine allgemeinere Richtung hinsichtlich einer Schnittstelle zwischen Fachseite und IT in der BLE eingeschlagen. Ob z.B. Inventur der Bäume oder Fische: die Idee der Datensammlung und Auswertung sollte hier ja gleich sein.

Was begeistert dich im Themenfeld so richtig?

Ich freue mich immer über neue Themen, die die Verwaltung für den Bürger oder die Bürgerin attraktiver machen. Schlussendlich bin ich ja selbst ein Kunde und kann daher die Maßnahme nur unterstützen. Insbesondere dieser Bereich ist zudem äußerst abwechslungsreich! Langweilige Papierstempel drucken war gestern! Die Begierde nach Veränderung und Verbesserung ist in dem Themenfeld Digitale Verwaltung definitiv gegeben!

Was frustriert dich bei der Digitalen Verwaltung?

Oft gibt es bereits technische Lösungen, die aber aufgrund von gesetzlichen Bestimmung nicht ad hoc eingesetzt werden dürfen. Wenn wir auch in der Verwaltung noch mehr austesten können, würden wir (noch) schneller ans Ziel gelangen!

Was war in letzter Zeit dein größter E-Gov-Aha-Moment und warum?

Die aktuelle Zeit zu COVID19! Plötzlich kommunizieren wir alle vermehrt über Videokonferenzlösungen, stimmen manche Vorgehensweisen über Chat ab und strukturieren unseren Alltag selber. Wenn wir diese „Lessons learned“ auch noch mit den Bürgern voranbringen, kommen wir m.E. schneller an unser Ziel, und können eine zukunftssichere und vertrauensvolle öffentliche Verwaltung nach außen repräsentieren.

Welches Buch ist für dich eine innere Referenz für Digitale Verwaltung und warum?

Digitale Verwaltung ist für mich so vielfältig und auch strukturiert wie ein Kochbuch: zu Beginn werden meist die Grundzutaten vorgestellt, ohne die man die Rezepte nicht richtig umsetzen könnte (in der Digitalen Verwaltung die Sicherheit, der Datenschutz, die Motivation der Betroffenen, etc…). In den nachgehenden Kapiteln werden diese individuellen Zutaten dann konkret beschrieben und Handlungsfelder aufgestellt. Es gibt z.B. Rezepte für pikante, milde, würze Pasta-Saucen. So auch in der Digitalen Verwaltung: hier gibt es Antragsverfahren, Kollaborationsplattformen, Digitale Vernetzungsmöglichkeiten und Beratungsleistungen.

Welche Frage würdest du den E-Government-Entscheidern unseres Landes gerne mal stellen?

Was müsste die Digitalisierung in den nächsten Jahren in der Verwaltung aus ihre Sicht leisten, um langfristig attraktiv für junge Nachwuchskräfte zu sein? 

Welche „Maschine“ sollte unbedingt für digitale Verwaltung von morgen erfunden werden?

Der „UnitedThink-Automat“: eine gemeinsame „Kreativitätförderungsmaschine“, damit jede( r ) mal über seinen Tellerrand blicken kann: egal ob Bürger, Beschäftigte im öffentlichen Dienst oder in der freien Wirtschaft. Wenn wir gemeinsam uns über die Beweggründe zu den einzelnen Vorhaben austauschen könnte, würde vielleicht vieles schneller, kreativer und einfacher vorangehen….

Warum bist du bei N3GZ dabei?

Ich bin immer sehr neugierig und offen, was den kollegialen und vertrauensvollen Austausch betrifft. Nur wer sich (aktiv) austauscht und informiert, kann sich und seine Denkweise weiterentwickeln! Dies schätze ich im Netzwerk N3GZ.

An welches schönes N3GZ-Erlebnis erinnerst du dich gerne?

Am vorigen Samstag (18.07.20) habe ich für das Experimentallabor Digitalisierung einen Workshop über die Prozess-/Anforderungserhebung mit der PICTURE-Methode vorbereitet und mit Prof. Dr. Hill die Veranstaltung moderiert. Das Netzwerk N3GZ hat zu der Veranstaltungsreihe aufgerufen und Themenvorschläge gesucht. Da ich weiterhin den Kontakt mit Hochschulen sehr schätze und bei dieser Veranstaltung wertvolle Erfahrungen für meinen beruflichen Alltag mitgenommen habe, musste ich die Chance natürlich sofort wahrnehmen!


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