Im Visier: Kristina Lemmer

In unserer Rubrik „Im Visier“ stellt sich regelmäßig ein N3GZ-Mitglied anhand eines kurzen Fragebogens vor. Heute kommt Kristina Lemmer von der Uni Siegen zum Zuge.


Wer bist du und wie hast du mit dem Thema Digitale Verwaltung zu tun?

Mein Name ist Kristina Lemmer und ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin bei Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Siegen.

Am Lehrstuhl und am Forschungskolleg der Universität Siegen „Zukunft menschlich gestalten“ gelang es uns in den letzten Jahren viele interessante Phänomene in der Verwaltung zu untersuchen. Dabei hatte ich die Chance die Projektkoordination bei vielen interessanten Projekten zu übernehmen. Hier haben wir Projekte betreut wie z.B. die REGIONALE 2025 und die Gemeinsame Initiative Digitalisierung Siegen-Wittgenstein ins Leben gerufen – die erste europaweite Initiative, bei der sich ein Kreis mit all seinen Städten und Gemeinden zusammen getan hat um eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie zu formulieren und somit das Thema Digitalisierung gemeinsam kreisweit voran zu bringen. Auch die Durchführung der Vorstudie zu den Digitalen Modellregionen in NRW, die Studie „Digitalisierungsstrategien für Kommunen„, gehörte zu meinen spannenden Aufgabenfeldern, die ich zusätzlich in meine Promotion miteinfließen lassen kann.

Wie erklärst du deiner Oma, was du machst?

Tatsächlich ist das oft meine Strategie. 🙂 Jeden meiner Vorträge teste ich an meiner Großmutter – wenn Sie es versteht, weiß ich, dass ich unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse allgemeinverständlich rüber bringen kann 😉

Meiner Oma erkläre ich mein Thema, indem ich Ihr eine Geschichte erzähle. Meine Oma hat selbst früher in der Verwaltung Ihre Ausbildung gemacht und dort gelernt. Wenn ich Ihr dann erzähle, wie wir uns Verwaltung heute vorstellen und wie Sie immer noch ist, weiß Sie direkt von was ich rede. 😊 Dann noch ein paar Vergleiche mit Star Wars und Oma hat eine Idee was wir bewegen wollen. 😉

Wie bist du zur Digitalen Verwaltung gekommen?

Naja, ich habe mich nicht schnell genug ducken können. 🙂 Nein, Spaß beiseite. In meiner Dissertation geht es um Strategien der digitalen Transformation und diese schaue ich mir auf organisationaler und auf individueller Ebene an. Nachdem ich schon in Unternehmen erste Arbeitserfahrungen sammeln durfte hat mich die Digitalisierung in der Verwaltung interessiert. Dieses Phänomen konnte ich zum Anfang meiner Promotion einfach nicht fassen und so wollte ich mehr darüber lernen um es zu verstehen. Es hat mich gefordert mich in die Strukturen der Verwaltung einzuarbeiten und so fand ich es unheimlich interessant zu untersuchen, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um Digitalisierung in der Verwaltung erfolgreich voranzutreiben.

Was begeistert dich im Themenfeld so richtig?

Die deutschen Verwaltungen sind offen gegenüber der Digitalisierung. Viele wollen den digitalen Fortschritt – dennoch bekommen wir es irgendwie nicht immer hin. Dieses Phänomen und hier aktiv aus der Wissenschaft heraus die Praxis unterstützen zu können und Verbesserungen schnell wahrzunehmen hat mein Interesse geweckt. Mich motiviert es zu sehen, wie der Ergebnisse aus unseren Studien aktiv in den Verwaltungen Anwendung finden und hier einen Beitrag zur Digitalisierung leisten können.

Was frustriert dich bei der Digitalen Verwaltung?

Genau das! Wir wollen es alle, und dann hapert es wieder an so manchen. 🙂

Was war in letzter Zeit dein größter E-Gov-Aha-Moment und warum?

Bei einer Studie, die wir zum Thema Digitalisierungsstrategien durchgeführt haben. Diese war deutschlandweit und was wir hier gesehen haben war, dass mit den Kompetenzen in der Verwaltung der Erfolg der Digitalisierungsinitiativen steht und fällt. Ohne eine übergeordnete Strategie und dazugehörigen Kompetenzen ist alles nichts. Das Wissen über und im Umgang mit der Digitalisierung muss vorhanden sein, um langfristig erfolgreich Wandel voranzutreiben.

Welcher Film ist für dich eine innere Referenz für Digitale Verwaltung und warum?

Kennt ihr Zoomania und die Szene mit dem Faultier? 🙂 – Daran musste ich schon oft denken, wenn es um die Beantragung eines neuen Personalausweises, Reisepasses, etc. ging. Und davon würde ich gerne unsere Verwaltung wegbringen können… 🙂

Welche Frage würdest du den E-Government-Entscheidern unseres Landes gerne mal stellen?

Wie Sie sich langfristig die Entwicklung in der deutschen Verwaltung vorstellen? Ich persönlich sehe hier große Probleme im Bereich geeigneter Personalressourcen. Es werden wichtige Kompetenzen benötigt um die Verwaltung zu digitalisieren. Dies soll für alle Beteiligten am Liebsten schon gestern geschehen sein – doch leider haben die Verwaltungen finanziell gar nicht die Möglichkeiten sich interessant genug für geeignetes Personal aufzustellen um dieses für die Verwaltung zu begeistern. Personal mit den benötigten Kompetenzen sind schnell vom Markt und die Wirtschaft zahlt hier oft besser. Wie bekommen wir also die geeigneten Kompetenzen in den Verwaltungsapparat um Digitalisierung voranzubringen?

Welche „Maschine“ sollte unbedingt für digitale Verwaltung von morgen erfunden werden?

Die Zeitmaschine – dann können wir schauen, an welcher Abzweigung wir hätten anders handeln können, um die Stellschrauben zur Digitalisierung noch besser stellen zu können um uns so eine Vorreiterrolle zu sichern. 🙂

Warum bist du bei N3GZ dabei?

Ich schätze hier vor allem den Zusammenschluss eines jungen motivierten Netzwerkes mit ähnlichen Zielen und Visionen und den gemeinsamen interdisziplinären Austausch

An welches schönes N3GZ-Erlebnis erinnerst du dich gerne?

Unsere Kick-off Veranstaltung bei der wir in Kostümen verkleidet unsere Vision der digitalen Verwaltung spielen sollten. Das war trotz der ernsten Thematik eine super lustige Präsentation, die uns alle zusammen geschweißt hat. 🙂


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