Up for a Job Swop? Wir haben eine Woche den Arbeitsplatz getauscht

Wir haben zu Karneval getauscht. Unsere Jobs. Und ein Stück unserer Persönlichkeiten. 

Wer sind wir? Lena Sargalski (28) ist in der Stadt Bad Salzuflen für die Ausgestaltung des digitalen Wandels verantwortlich und studiert im Master of Public Management. Clarisse Schröder (38) koordiniert im KDN Dachverband kommunaler IT-Dienstleister in NRW die kommunale OZG-Umsetzung.

Wie alles begann

Wir sind uns bei einer Veranstaltung zum Onlinezugangsgesetz begegnet. Eine Freundschaft entstand, vielmehr: ein Freundeskreis, zu dem auch N3GZ-Mitglied Irina Fuchs, Projektleiterin beim krz Lemgo und Sandra Müller, CDO der Stadt Detmold gehören. Im N3GZ-Treffen zu Open E-Government kündigte Clarisse die Mutprobe an, ihren Traum eines Job Swop umzusetzen. Zu unserem Schrecken wurde das Experiment genehmigt.

Week on Speed

Montag schnell ein Selfie machen, wie ein Zahnrad verteilen unsere Pressestellen die Mitteilung zum Job Swop. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

11 Uhr 11. Lena betritt den virtuellen Konferenzraum und wird von den Teams KDN und d-NRW sehr herzlich empfangen. Das Weekly mit der OZG-Koordinierungsstelle NRW läuft reibungslos: Bildschirm teilen, Dokumente bearbeiten, nach 15 Minuten sind alle Aufgaben verteilt.

14 Uhr. In Bad Salzuflen trifft Clarisse mit Melanie Koring als Vorgesetze von Lena die Verwaltungsspitze. Was macht eigentlich eine erste Beigeordnete und Kämmerin? Melanie Korings Aufgaben umspannen strategisches Finanzmanagement, Personalgesamtsteuerung, Innovationsprojekte und Stadtstrategie. Frau Korings Begeisterung steckt an: “Wir haben nach der Kommunalwahl unsere Verwaltung neu gestaltet mit Stabsstruktur und flachen Hierarchien.” Um zukunftsfähige Strukturen aufzubauen geht es um mehr als E-Government: Bad Salzuflen will eine Smart City werden und mit ihrer Vision von Digitalisierung dazu beitragen, dass sich alle in der Mittelstadt in Ostwestfalen-Lippe wohlfühlen.

Dienstag. Interkommunale Austauschrunde zum Dokumentenmanagementsystem. Die Gruppe trifft sich alle vier bis acht Wochen, um über die Fortschritte, Erfolge und Hürden bei der Einführung im eigenen Haus zu berichten. Alle per Du, werden technische Themen griffig erklärt. Ein Dokumentenmanagementsystem muss gut vorbereitet und betreut werden. Kompetentes Projektmanagement ist unerlässlich, beansprucht aber Ressourcen, die in Kommunen häufig nicht vorhanden sind. 

Nächster Termin: Task Force Portalverbund. Lena übernimmt die Moderation. Das klappt so semigut. Die Task Force Mitglieder nehmen es locker und springen ein. Alles verläuft glimpflich.

Mittwoch. Der Vormittag steht im Zeichen einer Veranstaltung der Initiative K mit Bad Salzuflen als Gastgeberstadt. Bürgermeister Dirk Tolkemitt eröffnet die Rampe für Lena und ihre thematische Keynote zur internen Kompetenzentwicklung. Das Programm reicht von Onlinebeteiligung über Smart Industrial City bis zu einem interkommunalen Serviceportal. Die Fragen im Chat explodieren.

Nachmittags nimmt Lena am Weekly zum Kommunalportal.NRW mit den Kooperationspartnern SIT und regio iT teil.

Es ist Donnerstag – leider. An das morgendliche Briefing haben wir uns längst gewöhnt. Durch den Job Swop bleibt wenig Zeit für die eigenen To-Dos.

Im Austausch zwischen Bad Salzuflen und Paderborn geben zwei Kollegen des Sozialamtes einen Einblick in die E-Sozialakte. Bad Salzuflen befindet sich in der Konzeptionierungsphase und profitiert vom Paderborner Modell. Verfahren wie eine E-Sozialakte “nebenbei” einzuführen und parallel dazu noch eigene Sachbearbeitung durchzuführen – das funktioniert nicht. Wer es ernst meint mit der Digitalisierung, muss dafür intern Personal bereitstellen.

Am späten Nachmittag findet das Weekly mit der Geschäftsstelle Open.NRW und der kdvz Rhein-Erft Rur zur Beteiligungsplattform.NRW statt, das wenige Tage zuvor gestartet ist. Lena kann kommunales Feedback geben. Die Interaktion und Resonanz zeigen, dass der direkte Austausch zwischen IT-Dienstleistern, Organisationen und kommunalen Akteuren mehr gefördert werden sollte. 

Freitag. In wenigen Stunden endet unser Selbstexperiment. Nicht aber unsere Selbstmission. Im Tagesbriefing gehen wir schon die nächsten Schritte durch, wie wir einer größeren Gruppe unsere Erfahrungen zugänglich machen können.

Zeit für eine Kaffeepause mit Karl-Josef Konopka, Geschäftsführer des KDN. „Und, wie ist es gelaufen?“, fragt uns Herr Konopka gespannt. Eine verbindende Erkenntnis ist gewachsen: Wir alle – egal ob Dachverband, IT-Dienstleister oder Kommune – haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen digital in die Zukunft und die bestmöglichen Voraussetzungen für alle. Wir ziehen an einem Strang – auch wenn Digitalisierung häufig komplex und wenig greifbar ist.

Am Nachmittag treffen wir uns – in Freizeitkleidung, ohne Make-up, virtuellen Hintergrund und Filter – und reflektieren unser Job-Switching. Der Job Swop hat uns in dem bestärkt, was uns liegt. Wir erkennen im Regal unserer Job-Switch-Partnerin Tools, die wir in den eigenen Rucksack übernehmen können. Und verabreden uns: Ein N3GZ-Meetup, um auf diese besondere Woche gemeinsam anzustoßen. Wer weiß, welche Schnapsidee daraus später hervorgeht. 

Ihr seid eingeladen

In dem Sinne, kommt zahlreich und erfahrt, wie Ihr in 5 Steps zu Eurem Job Swop kommt beim N3GZ-Meetup am 26.4.2022:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.